Selbstverständnis

Himmelfahrt – Herrentag – Männertag – Höllenritt?

Vor ca. 2000 Jahren soll Jesus angeblich in den Himmel gefahren sein und wurde somit zum Herren, weshalb die Christenheit den „Tag des Herren“ feiert. So weit so fraglich. Das einzig coole an Himmelfahrt ist, dass es ein gesetzlicher Feiertag ist, der einigen von uns die Lohnarbeit erspart. Cooler wäre es natürlich, wenn jeder Tag ein von Lohnarbeit befreiter Tag wäre – für alle – aber darum soll es an dieser Stelle nicht gehen…

Einigen ist der „Tag des Herren“ besser als „Männertag“ bekannt, als ein Tag, an welchem Mann mit Bollerwagen, Schnaps und Kumpelz durch die Straßen zieht um sich und der Mitwelt seine „Männlichkeit“ zu beweisen. Männlich dominierte Räume und sexualisierte Übergriffe gehören leider für viele Frauen* zum alltäglichen Normalzustand und so kann Mann sich gewiss sein: Für nicht wenige ist die Himmelfahrt nicht mehr als der Höhepunkt patriarchaler Machtdemonstration und letztendlich ein ätzender Höllenritt.

Wir sagen: Am „Männertag“ gibt es nichts zu feiern! Bis auf das Macker-off-the-Universe-Festival (-;

Don‘t be the Macker of the Universe!

 

Ein Leben ohne Mackerei ist wahrscheinlich eine Utopie und gerade deswegen wollen wir mit euch einen „mackerfreien Herrentag“ gestalten. Es geht uns dabei nicht darum, Besucher*innen unseres Festivals als „Macker“ zu lablen und sie der Party zu verweisen.[1] Wir haben einfach keinen Bock auf Mackerei. Bleibt zu klären, was mackeriges Verhalten sein soll.

Ganz einfach: Mackerei äußert sich in nervigen und unreflektierten Männlichkeitsgebaren. Eine Ausführung, was mackerige Verhaltensweisen konkret einschließt, wäre an dieser Stelle nicht nur müßig, sondern entgegen unserer freiheitlichen Gesinnung: Würden wir im Vornherein festlegen, wie ein mackerfreies Festival konkret aussieht, wäre es eben kein freies Festival mehr.

In anderen Worten: Ihr macht aus dem Macker-off-the-Universe-Festival ein mackerfreies Festival, indem ihr euch eure Räume und Freiheiten einfordert als auch gegenseitig zugesteht. Wir wollen mit euch einen Raum schaffen, in dem eigene und die Grenzen anderer wahrgenommen, kommuniziert und respektiert werden. Letzten Endes fordern wir nicht weniger, als eine Reflexion über die in dir und der Punk-Szene leider viel zu verwurzelte Mackerei und ein entsprechend geschlechtersensibles Verhalten.

Wir sagen: Don‘t be the Macker of the Universe!

Ein Punkkonzert am „Männertag“?

 

Eine ätzende Vorstellung: Es ist „Herrentag“ und abends findet ein Punkkonzert in deinem Lieblingsladen statt. Auf der Bühne ausschließlich Typen, auch vor der Bühne tanzen ausschließlich Männer, im besten Falle tragen sie noch ihre T-Shirts und penetrieren andere Anwesende nicht mit ihren vollgeschwitzten Oberkörpern. Viel zu viele Punkshows ähneln nicht nur am „Herrentag“ in etwa diesem Bild.

 

Wir wollen den diesjährigen Himmelfahrtstag zum Anlass nehmen, um eben derartige geschlechtsspezifische Phänomene innerhalb der Punk-Subkultur zu entdecken, zu hinterfragen und zu überwinden. Das fängt beim Gedränge an der Bar an und hört beim Abfeiern der Bands noch lange nicht auf. Es hängt von euch ab, ob wir es hinbekommen, ein Punkfestival um den „Männertag“ herum derart zu feiern, dass es für alle geil ist.

Wir sagen: Macker off the Universe!

 

 

 

 

 

[1]              Selbstverständlich gibt es in Bezug auf einen Rausschmiss klare Grenzen, an denen Diskussionen nichts mehr bringen. Wir machen im Fall      der Fälle von unserem Hausrecht Gebrauch und schmeißen Rassist*innen, Sexist*innen und andere Idiot*innen achtkant raus…

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